Ausstellungen im Henry-Dunant-Museum

Die Website des Henry-Dunant-Museum Heiden ist zur Zeit leider nicht erreichbar. Diese wird im Moment technisch umgestellt. Wir bitten Sie um Entschuldigung.

Öffnungszeiten
Das Henry-Dunant Museum ist bis März 2011 wie folgt geöffnet:
Mittwoch und Samstag: 13.30-16.30 Uhr
Sonntag: 10.00 – 12.00 Uhr und 13.30-16.30 Uhr.

Vom 1. April bis 31. Oktober 2011:
Dienstag – Samstag: 13.15 – 16.30 Uhr
Sonntag: 10.00 – 12.00 / 13.15 – 16.30 Uhr

Gruppenführungen (ab 10 Personen) sind auf Anfrage auch an anderen Tagen möglich.

Kontakt
Mail: info@dunant-museum .ch
 Tel.: +41 71 891 44 04


Zum 100. Todesjahr von Henry Dunant zeigte das Henry-Dunant-Museum in Heiden zwei Themen in einer Sonderausstellung vom 23. April 2010 bis 12. November 2010

„im Feld, von Solferino nach Guantanamo“ und „Kinderzüge in die Schweiz“

Der Verein Dunant-Jahr 2010 verfolgt das Ziel, das humanitäre Werk Henry Dunants nachhaltig in Erinnerung zu rufen. Im Zentrum des Jahres 2010 standen kulturelle Anlässe, Ausstellungen und Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Nationen. Die Aktivitäten waren in die drei Bereiche Humanität, Solidarität und Zivilcourage gegliedert.

abstand

«Im Feld, von Solferino nach Guantanamo»

Die Ausstellung wurde vom ICRC-Museum in Genf zusammengestellt  und zeigte 140 Jahre Einsätze in Kriegs- und Katastrophengebiete. Ohne die Wucht der Bilder, die augenblicklich berühren, ohne die Zeugnisse der Realitäten, könnte die grossartige Leistung des Internationale Komitees vom Roten Kreuz und die  Einsätze der nationalen Rotkreuz-Gesellschaften  kaum gewürdigt werden.

Die Ausstellung führte chronologisch durch die Schwerpunkte des humanitären Wirkens; Hilfe für die Verwundeten, Schutz der Krieggefangenen, Zusammenführung verstreuter Familien, Unterstützung der Zivilbevölkerung.

In einem Militärzelt, direkt neben dem Museum, wurde der Besucher unmittelbar in eine Welt geführt, wo Not und Elend, Schicksalsergebenheit und unbezähmbare Hoffnung  sich ausdrücken und vom Betrachter hohe Mitmenschlichkeit verlangen. Diese Ausstellung hatte schon rund um die Welt, in den grössten Metropolen die Menschen berührt. Auch in Heiden fand sie grosse Beachtung.

Die nachfolgenden Bilder zeigen auf, was seit Dunants grosser Idee verwirklicht wurde. Auch hundert Jahre nach seinem Tode sind die humanitären Einsätze des IKRK und der örtlichen Rotkreuzgesellschaften unabdingbar.

ICRC Inspektion in einem Aegyptischen Kriegsgefangenlager. 1967 – Sechs-Tage-Krieg, Atlit, Israel, Photograph, Jean Mohr CR- ICRC
Einsammeln von Leichen durch das ICRC, 2002 Kabul Afghanistan. Photograph, Abdul Qadir Hakini, CR- World Picture News
Mission von Dr. de Marval, ICRC Delegierter 1912 Balkan Krieg. Preveza, Griechenland, Photograph Unbekannt CR-ICRC

abstand

Interaktive Aktion im Dunant-Jahr 2010

 Die eingeladenen Schulklassen Klassen erhalten eines der Bilder , z.B. das hier abgebildete und sind gebeten, dazu eine Geschichte zu verfassen, entweder Klassenweise, oder durch jeden Schüler oder Schülerin.

Was , wenn Du dieser Knabe oder das Mädchen dieser Wohnung wärest? Was geht Dir durch den Kopf? Bist Du sicher, dass so etwas Dir nie passieren könnte?

Auch die Besucher können Ihre Eindrücke niederschreiben, seitlich im Zelt befinden sich zwei Pinwände, die Geschichten werden dort ausgestellt. Die Schüler wie Besucher  sollen sich eigene Gedanken zu einer Situation machen, als hätte sich der Vorfall im eigenen Haus ereignet. Was gehen unschuldigen Opfern für Gedanken durch den Kopf?

abstand

«Kinderzüge in die Schweiz»

Nach dem Buch von Dr. Bernd Haunfelder im Aschendorff Verlag, Münster
Die Hilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes 1945-1956 für notleidende Kinder

Die zweite Ausstellung zeigte Bilder von den Kinderzügen in die Schweiz. Von 1946 bis 1956 wurden über 181’000 deutsche, österreichische und französische Kinder sowie weiteren europäischen kriegsverwüsteten Ländern für einen Aufenthalt von drei Monaten in die Schweiz gebracht. Nach Aufruf durch das Schweizerische Rote Kreuz betreuten Familien diese Kriegskinder und rüsteten sie  neue  aus. Viele lebenslange Freundschaften sind in dieser Zeit entstanden und zeugen vom gegenseitigen Verständnis, von Solidarität in der unmittelbaren Nachkriegszeit, humanitärem Handeln der Schweizer Bevölkerung in schweren Zeiten und von Zivilcourage der Rotkreuz-Mitarbeitenden in den Verhandlungen mit den Besatzungsmächten im besetzten Deutschland.

Die Leistungen der einheimischen Bevölkerung in der Schweiz verdient eine Würdigung der humanitären Aktionen und der Nächstenliebe. Richard von Weizsäcker schreibt in seinem Geleit zum Buche:

„Mit der vom Schweizerischen roten Kreuz geleiteten Verschickung unterernährter Kinder in die Schweiz wurde ein besonders humanitäres Kapitel aufgeschlagen. Fast 44′000 deutsche Kinder  waren nach dem Krieg von Schweizer Gasteltern zu einem dreimonatigen Erholungsaufenthalt eingeladen worden, über 181′000 waren es insgesamt aus ganz Europa – eine wahrlich beeindruckende Zahl. Das heute noch viele „Schweizerkinder“ Kontakt zur Familie ihrer Gasteltern unterhalten, wie in den Erzählungen anschaulich berichtet wird, unterstreicht zugleich die völkerverbindende Idee allen humanitären Wirkens.“

Das Henry-Dunant-Museum führt im Dunant-Jahr 2010 der heutigen Bevölkerung vor Augen, dass damals wie auch in der heutigen Zeit persönlicher Einsatz zur Minderung von Not und Elend vordringlich sei.